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Erholungsort im Elbe-Havel-Winkel

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Unsere Ortsteile

Sechs Dörfer, eine Gemeinde: Kamern, Hohenkamern, Neukamern, Rehberg, Schönfeld und Wulkau mit zusammen rund 1.150 Einwohnern.

Ortsteil Kamern

Hauptort am See

Kamern

Kamern ist ein altes Siedlungsgebiet und wird 1322 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Über Jahrhunderte war es ein Gutsdorf im Besitz einzelner Familien. Mitte des 17. Jahrhunderts kaufte die Familie von Katte zu Wust den Ort.

Rund um Kamern wechseln sich Wasser, Wald, Wiesen, Äcker und Sandhügel ab. Weithin sichtbar erheben sich die Kamernschen Berge. Vom Frau-Harken-Berg, mit 110 Metern ihr höchster Punkt, reicht der Blick bis zur Mündung der Havel in die Elbe. Auwälder, Altarme und kleine Gewässer bieten vielen Wasservögeln Brut- und Rastplätze.

Am Ortseingang steht die Hedemicke. Der unter Natur- und Denkmalschutz stehende Kiefernstamm erinnert an die Sage von Frau Harke.

Herz des Ortes ist der Kamernsche See. Der klare See ist besonders reich an Wasserpflanzen. Krebsschere, Laichkräuter und Froschbiss haben sich hier wieder angesiedelt. Über den Trübengraben ist er mit der Havel verbunden. Die sanierte Badestelle, Bungalows und Zeltplätze am Ufer machen Kamern zum Ziel für Badegäste, Bootsfahrer und Camper.

Erste Erwähnung
1322
Sehenswert
Kamernscher See, Kamernsche Berge, Hedemicke
Höchster Punkt
Frau-Harken-Berg, 110 m
Ortsteil Hohenkamern

Ehemaliges Rittergut

Hohenkamern

Hohenkamern liegt zwischen Kamern und dem östlichen Nachbarort Rehberg. Der Ort entstand als Rittergut der Familie von Katte.

1852 entstand an der Heerstraße nach Rathenow eine Ziegelei, die später zur Försterei wurde. Hier wurden die Steine für das Gut gebrannt. Ab 1854 ließ Otto von Katte die ersten Gebäude errichten, 1859 folgte das Edelhaus. Auf jeder Ecke seines Daches sitzt eine Katze, das Wappentier der Familie.

Otto von Katte starb 1896 und ruht in einer Familiengrabstätte auf einer Anhöhe nahe dem Gut. 1898 übernahm Christoph von Katte den Besitz. Auf den Waldbergen in der Nähe feierte die Schuljugend am 25. Juni 1925 ihr erstes Heimatfest.

Heute ist Hohenkamern ein kleiner, ruhiger Ortsteil zwischen Wald und Feldern.

Edelhaus
1859, Backsteinbau
Wappentier
Katze der Familie von Katte
Lage
zwischen Kamern und Rehberg
Ortsteil Neukamern

Ausbau der Bauern

Neukamern

Neukamern entstand Ende des 18. Jahrhunderts, als zehn Kamerner Bauern neue Höfe direkt bei ihren Äckern bauten. Den Anlass gab der Deichbruch von 1785, der die Felder um Kamern meterhoch versandet hatte. Das neue Land auf dem „Langen Horst“ war durch den Trübengraben entwässert worden.

Der alte Name „Horst“ ist bis heute im Gebrauch. Vermutlich geht er auf einen Reiherhorst zurück, denn im benachbarten Jederitzer Holz leben noch immer viele Reiher. Politisch und kirchlich blieb Neukamern stets mit dem Mutterdorf Kamern verbunden.

1907 bauten die Bauern eine eigene Chaussee bis zur Rathenower Straße. Ein Jahr später, am Erntedankfest 1908, zerstörte ein Großbrand 33 Wirtschaftsgebäude und 3 Wohnhäuser. Zehn Tage danach brannten auf der anderen Ortsseite noch einmal drei Scheunen.

Seine Geschichte feiert Neukamern mit großen Dorffesten, zuletzt im Mai 2026 zum 240-jährigen Bestehen.

Gegründet
Ende des 18. Jahrhunderts
Alter Name
„Lange Horst“ oder „Horst“
Jubiläum
240 Jahre, gefeiert am 23. Mai 2026
Ortsteil Rehberg

Dorf auf der Anhöhe

Rehberg

Der Name Rehberg geht auf das slawische Wort „rebru“ zurück, das Anhöhe oder Hügel bedeutet. Bis 1952 gehörte das Dorf zum Kreis Jerichow II und wurde dann Ortsteil von Warnau. 1957 wurde Rehberg eine eigene Gemeinde, was dem Dorf neuen Schwung gab. Mit einer späteren Verwaltungsreform kam es zu Kamern.

Die Landwirtschaft prägt Rehberg bis heute. 1953 gründete sich hier die LPG „Seid bereit“, die vor allem Vieh- und Weidewirtschaft betrieb. 1956 entstand ein Kuhstall im Bindfeld. Heute bewirtschaften private Landwirte und Agrargenossenschaften die Flächen.

Mitten im Dorf steht die Backsteinkirche von 1733. Sie wurde auf dem Grund einer Kirche von 1620 errichtet und ist für den kleinen Ort auffallend groß. Radfahrer auf dem Weg zur Havel machen hier gern Station, und beim Sommerfest und der Oktoberfeier füllt sich der Festplatz.

Name
slawisch „rebru“, Anhöhe
Dorfkirche
Backstein, 1733
Feste
Tanz in den Mai, Sommerfest, Oktoberfeier
Ortsteil Schönfeld

Pfarrdorf am See

Schönfeld

Schönfeld wird 1420 erstmals urkundlich erwähnt. Das Pfarrdorf unweit der Elbe war lange im Besitz der Familie von Möllendorf.

Die Dorfkirche steht inmitten des Kirchhofs auf einem auffallend regelmäßigen, kreisrunden Hügel. Der gotische Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert wurde im 17. und 18. Jahrhundert barock umgestaltet. Sehenswert sind der schlichte Turm mit seinen paarweisen Schallöffnungen, zwei datierte Türen von 1656 und 1659 und der hölzerne Barockaltar.

Entlang der 500 Meter langen Dorfstraße reihen sich gut erhaltene Bauernhäuser, große Hofanlagen und Fachwerkhäuser.

Rund um das Dorf liegen Wälder, Wiesen und der Schönfelder See mit seinen abwechslungsreichen Ufern, ein Ziel für Wanderer, Bootsfahrer und Angler. Am Hanauer Werder betreibt die Gemeinde einen Campingplatz mit Bungalows. Bis Ende 2009 war Schönfeld selbstständig, seit dem 1. Januar 2010 gehört es zu Kamern.

Erste Erwähnung
1420
Dorfkirche
gotisch, 15. Jahrhundert
Zu Kamern seit
1. Januar 2010
Ortsteil Wulkau

Bauerndorf an der B 107

Wulkau

Wulkau wird 1367 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf vollständig zerstört. Erst 1706, 58 Jahre nach Kriegsende, war mit dem letzten Gehöft der Wiederaufbau abgeschlossen.

Ein Rittergut gab es in Wulkau nie. So konnte sich eine selbstbewusste Schicht von Bauern und Ackerleuten entwickeln, und Wulkau wurde zu einem wohlhabenden Dorf.

Der Ort liegt direkt an der B 107, umgeben von Wald und Feldern. Ein Reiterhof mit Gästezimmern lädt Kinder und Schulklassen zum Ferienaufenthalt ein, und auch die Gaststätte im Ort bietet Zimmer an. Auf dem Radweg nach Kamern kommt man am Rahnsee vorbei, der zum Baden und Verweilen einlädt.

Bis Ende 2009 war Wulkau eine eigene Gemeinde, seit dem 1. Januar 2010 ist es Ortsteil von Kamern.

Erste Erwähnung
1367
In der Nähe
Rahnsee, Radweg nach Kamern
Zu Kamern seit
1. Januar 2010