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Kamern ist ein Wendendorf, das in
Hufeisenform erbaut war. Über seine Geschichte ist wenig bekannt.
Das Dorf wird zuerst 1322 in dem
Bündnis Herzog Ottos von Braunschweig zur Verteidigung der Agnes,
Witwe Marktgraf Waldemars, angeführt, wo es heißt:
"Sandowe vun dat land to de Kameren"
1332 gestattet Markgraf
Ludwig dem Ritter Berthold v. Buch und seinen Söhnen Sandow und
Kammer "das hus zu den Camere mit dem Land, das darzu gehört",
auszulösen.
Am 19 März 1344 verleiht Marktgraf Ludwig an Johann v.
Buch die Stadt Sandow und das Schloß Kammer mit den Zuhörungen (contulimus
- civitatem nostram Sandowe cum castro dicto Kamer cum omni Jure nec
non cum singulis et universis pertinenciis). |
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Große Überschwemmungen in den Jahren
1684 und 1690 versandeten die Kamernsche Feldmark und vernichteten
die Wirtschaften. Noch schlimmer war es im Jahre 1709. 2000 Morgen
Ackerland sollen durch diese Überschwemmung versandet sein.
Durch diese Überschwemmung ist auch der
prächtige See entstanden, der ursprünglich ein Graben war. |
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Am 5. Juni 1725 ist der
Altarraum der Kirche mit dem handgeschnitzten Altar gebaut worden.
Das Kirchenschiff bestand bereits, der Turm wurde nach dem 30
jährigen Krieg erbaut |
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Um ihrer Feldmark näher zu sein, bauten
sich 1787 die ersten Bauern auf der "Langen Horst" dem jetzigen
Neukamern, auf. Sie gehören jedoch durch Rezess in politischer und
kirchlicher Beziehung zu dem Mutterdorfe Kamern.
Der Ausbau Neukamern hieß zuerst "Lange
Horst" oder kurzweg "Horst". "Horst" wird noch heute für Neukamern
viel gebraucht. Es kommt wohl her von Reiherhorst, denn noch jetzt
trifft man den Reiher in Mengen im benachbarten Jederitzer Holz,
durch das der Trübengraben fließt, an. |
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1825 brannte fast das ganze Dorf Kamern
ab. Die ältesten Häuser stehen also bereits 100 Jahre. |
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In den Jahren 1845, 1850 und 1855 wurde
dem Ort durch Überschwemmungen der Feldmark wieder großer Schaden
zugefügt. 1845 und 1855 brach der Elbdeich, im letztgenannten Jahre
bei Schönhausen, während 1850 der Haveldeich brach. |
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Otto von Katte legte im Jahre 1867 den
Friedensplatz an. Beim Einpflanzen der Eichen
wurden Flaschen mit Aufzeichnungen in die Pflanzlöcher gelegt. |
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1884 / 85 vollzog sich der Chausseebau
von Wulkau nach Rathenow. Die Chaussee sollte ursprünglich mit wenig
Mehrkosten durch das Dorf gelegt werden. Dieser Antrag wurde jedoch
abgelehnt. Dadurch blieb Kamern bis zum Jahre 1925 ohne
Steinpflaster. |
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Am 26. Mai 1890 war im Dorfe wieder
eine Feuersbrunst. Es brannten mehrere Gebäude ab. Nach diesem Brand
ist die Straße gerade gelegt worden. |
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In der Nacht vom 26. zum 27. August
1899 würden die Stallgebäude von 3 Häuslern und dem Gastwirt Gericke
durch Brand in Asche gelegt. |
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Am 17. Juni 1907 ist der Neubau des
Schulhauses beschlossen worden. Der Bau begann am 1. Juli 1907. Im
folgenden Jahre konnte die Lehrerwohnung am 1. Oktober bezogen
werden, während das Schulgebäude am 19. Oktober 1908 eingeweiht ist
und übergeben wurde. Die Schule ist dreiklassig mit 2 Lehrern und
hat 94 Kinder. |
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1907 bauten sich die Ackerleute in
Neukamern von ihrem Ausbau eine Chaussee an die Rathenower Chaussee
heran. |
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Auch Neukamern blieb von Bränden nicht
verschont. Am 4. Oktober 1908, es war Erntedankfest, brach
nachmittags 2 Uhr in Neukamern Feuer aus. Es brannten 33
Wirtschaftsgebäude und 3 Wohnhäuser ab. 10 Tage nach diesem
furchtbaren Brande brannten am 14. Oktober auf der anderen Seite von
Neukamern 3 Scheunen ab. |
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1925 leistete sich Kamern unter sehr
schwierigen Verhältnissen notgedrungen ein Steinpflaster durch das
Dorf. |
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1918 erhält die Kirche eine
pneumatische Orgel. Der Erbauer ist die weltbekannte Orgelfirma W.
Sauer in Frankfurt a. Oder. Das Werk wird aus freiwilligen Spenden
erbaut. |
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Auf dem Friedensplatz wurde am 3. Juli
1921 ein Kriegerdenkmal enthüllt. Es besteht aus Muschelkalk und
trägt die Namen von 25 im Weltkriege 1914 - 1918 gefallenen
Kameraden. Der Erbauer ist Professor Hans Dammann aus Berlin -
Grunewald.
Die Zahl der Gefallenen beträgt in den
Kriegsjahren 1813 vier, 1866 ein, 1870/71 zwei, 1914/18 25 Kameraden. |
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Am 20. Juni 1904 fiel ein Blitz in die
"Hedemicke" und spaltete sie an einem nach Norden gerichteten
Zweige. Im Herbst 1903 brach der Sturm den nach Osten gerichteten
Stamm ab. Die "Hedemicke" ist eine alte, einsame Kiefer an der
Chaussee, ein Naturdenkmal, die der
Sage nach von Frau Harke
stammt. |
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Kamern hat 3 Wind- und
1 elektrische Mühle. Es wird nur für das Dorf und die umliegenden
Ortschaften gemahlen. |
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Im Ort ist eine
Dampfmolkerei, die jetzt elektrisch mit moderner Kühlvorrichtung
eingerichtet ist. |
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Der Hunnenberg ist eine
kleine Straße von Kamern, nach Süden von der Hauptstraße gelegen.
Der Ausdruck "Hunnenberg" lässt auf das Alter des Ortes schließen. |
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Im angrenzenden
Trübengraben des Mühlenholzes soll früher eine Wassermühle gestanden
haben. Das Mühlenholz war ehedem mit mächtigen Eichen bewachsen.
Hierher holten die benachbarten Müller ihr Holz zum Bau und
Ausbessern ihrer Mühlen. |
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Vom Pötterwehl, einem
Wasserloch, berichtet die Sage, daß ein Töpferwagen, der vom Wege
abgeriet, in das Loch hineinfuhr und dort versunken sein soll. |
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Dorfstraße in Kamern |
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Bootsverleih am
Kamernschen See bis in den 80 Jahren |
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Campingplatz am
Kamernschen See |
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